Chiangdao
In der Nähe der bekannten Chiangdoa Höhlen weisen Schilder zu einem Guesthouse. "Malee's Nature Lovers Bungalows" ist ein familär geführtes Guesthouse, am Fuße des 2.175 m hohen Mt. Doi Chiangdoa gelegen,  mit attraktiven Preisen und guter Küche - empfehlenswert!
Von hier starten wir zu unseren letzten Etappen:

Tag Vier: Im Morgennebel geht's los. Der Nebel legt sich in dicken Tropfen auf meiner Haut nieder. Es ist ziemlich kalt und Arme und Beine färben sich auf der langen Abfahrt bläulich. Es dauert aber nicht lange, dann müssen wir wieder trampeln und der Körper kommt wieder auf Temperatur.  Zunächst geht es über asphaltierte Straße, vorbei an Reisfeldern, auf denen die Frauen mit Gesang und Geschwätz ihrer Arbeit nachgehen. Auffällig sind die vielen Schilder in Schwarz-Rot-Gold mit großem Bayer Leverkusen-Emblem in der Mitte. Möchte nicht wissen wieviel Chemie auf diesen Reisfeldern verteilt ist. Dann biegen wir wieder links ab in die Botanik. Sieht aus wie Road to Nowhere, aber irgendwann erreichen wir wieder mal ein Bergdorf. Umso größer die Überrachung als wir dort eine Gruppe junger Wanderer entdecken, die gerade ihren Programmpunkt "übernachten Sie bei einer Familie im Bergdorf" verbracht haben und jetzt vorm Abmarsch noch Andenken kaufen. Das Dorf scheint öfters von Touristen heimgesucht zu werden. Es gibt einen eigenen Schlafsaal und sogar eine kleine Aussichtsplattform, von der man das typische Leben aus fotographieren kann. Wir kauen etwas von unserer Verpflegung (eine Banane verschenke ich an einen kleinen Jungen, der schon die ganze Zeit darauf schielt) und weiter gehts über unbefestigte Wege und Trampelpfade. 
Im nächsten Hilltribe Dorf halten wir für eine Cola an. Nach einigen Augenblicken sind wir von neun (!) alten zahnlosen Muttern umgeben, die die typischen handgefertigten Andenken anpreisen. Wieso in aller Welt verkaufen die hier Andenken? Die Zufahrtswege zu diesem Dorf sind wirklich nur Wege. Trotz der "Belagerung" bleibt mir dieses Dorf in Erinnerung: hier sehe ich die schönste Thailänderin. Eine etwa 18-jährige in ihrem traditionellen Gewand mit einem wunderschönen gesicht und einem verzaubernden Lächeln. Wir fahren weiter!  
Irgendwie schafft es Gary, mein Führer,  immer wieder gerade zur Mittagszeit in einem kleinen Dorf anzukommnen, wo wir einen Nudelshop aufsuchen können, um die ärgste Mittagshitze mit Essen und Trinken zu überbrücken.

Immer noch Tag Vier:
Ich bin von den Bergen so fasziniert, daß ich nach einer kleinen Stärkung in unserem Guesthouse noch einen Abstecher mache. Hinter dem Haus geht eine Beton-Straße hoch, mal gucken, wo die hinführt.
Ich fahre eine Kehre nach der anderen bergauf. Hinter jeder Kurve erhoffe ich den Gipfel, oder zumindest ein flaches Stück, aber es geht erbarmungslos steil bergan. Wenn ich mit dem MTB im kleinsten Gang Zick-Zack fahre, dann ist es wirklich steil. Nach zwei Stunden Anstieg bin ich scheinbar am höchsten Punkt. Außer ein paar Gibbons, habe ich nur Mopedfahrer gesehen, die hier irgendwo in einem Dorf wohnen und mich ver- oder bewundernd angesehen haben. Die rasende Abfahrt dauert 20 Minuten.

Tag Fünf:
Letzte Etappe, diesmal zu Dritt. meinen gestrigen Anstieg bewältigen wir mit dem Pick-up. Oben angelangt starten wir dann zu einem Dorf, von dem es nicht mehr weitergeht! Wir versuchen zwar noch auf einen Singe-trial einen anderen Rückweg zu nehmen, müssen aber irgendwann einsehen, daß ein MTB keine Enduro ist und wir auch weniger PS haben. Also geht es den leichen Weg über die Betonpiste zurück. Der Weg ist abwechslungsreich: es geht rauf oder runter, aber niemals flach. Je stärker die Steigung, desto weniger Schatten. Nach 4.15 Stunden bei einem 15er Schnitt gönnen wir uns erstmal ein Chang-Bier auf die Strapazen. 

Nach soviel Anstrengung ist Entspannung angesagt. Ich bin reif für die Insel. Ein paar Eindrücke von Ko Chang nahe der kambodschanischen Grenze findest du hier...